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Ehrungen für die Haßlacherberg-Heimatpfleger
Bernd Graf und Willi Munzert

Silberne Ehrenmedaille der Stadt Kronach 2007 für Bernd Graf und
Silberne Ehrennadel des Landkreises Kronach 2001 für Willi Munzert

Willi Munzert (Gehülz, Breitenloh 60) wurde am 22. Januar 2001 in seiner Wohnung in Gehülz mit der Silbernen Ehrennadel des Landkreises Kronach ausgezeichnet. Die einen Tag nach seinem 80. Geburtstag erfolgte Ehrung stellte eine zusammenfassende Würdigung seines Lebenswerks im freiwilligen Dienst am Gemeinwesen dar. Landrat Oswald Marr, der die Auszeichnung vornahm, dankte Willi Munzert für seinen ehrenamtlichen Einsatz über viele Jahre. Anerkennende Worte sprachen auch Heimatpflege-Vereins-Vorsitzender Bernd Graf, der die Ehrung initiiert hatte, sowie Bürgermeister Manfred Raum, Kreisheimatpfleger Roland Graf, BLSV-Kreisvorsitzender Karl H. Fick, stellvertretender ATSV-Vorsitzender Hans Simon und Feuerwehr-Vereins-Vorsitzender Norbert Feick. Noch im Jahr seiner Ehrung, am 11. Oktober 2001, verstarb Willi Munzert. Er werde „weiterleben nicht nur in unserer Erinnerung, sondern ganz besonders auch in unserer Schriftenreihe, auf die gewiss auch künftige Generationen zurückgreifen werden“, führte Bernd Graf in seinem Nachruf aus.

EHRENAMTLICHE LEISTUNGEN VON WILLI MUNZERT
FÜR SPORTFÖRDERUNG UND HEIMATPFLEGE:
Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft initiierte Willi Munzert 1946 die Gründung der ersten Tischtennisabteilung in Gehülz, und zwar beim TVE. Aber auch überörtlich widmete er sich der Verbreitung und Förderung dieses Sports. Besondere Pionierarbeit – örtlich wie überörtlich – leistete Munzert aber vor allem für die Leichtathletik. Neben seinem Engagement als Leichtathletikwart beim TVE und beim ATSV Gehülz wirkte er von 1959 bis 1967 als Vorsitzender des Leichtathletikkreises Kulmbach-Kronach-Stadtsteinach im Bayerischen Leichtathletik-Verband sowie um 1960 und von 1967 bis 1975 als Leichtathletikwart des Turngaues Frankenwald im Bayerischen Turn-Verband. Die Organisation und Durchführung großer Wettkampfveranstaltungen, aber auch die alltägliche Verbandsarbeit, verlangten ihm viel Einsatz ab.
In späteren Jahren, insbesondere nach der Gründung des örtlichen Heimatpflege-Vereins, arbeitete Willi Munzert intensiv für die Heimatpflege – insbesondere für die Erkundung der Heimatgeschichte. Wenn dabei auch die Wahrnehmung von Führungsfunktionen nicht mehr so sehr im Vordergrund stand, so investierte er doch uneigennützig ein außerordentlich großes Maß an Zeit und Energie in diesen für die Allgemeinheit so wichtigen Tätigkeitsbereich. Die Ergebnisse seiner Archivalienauswertung, Zeitzeugenbefragung und sonstigen Nachforschungen sind in die lokalhistorisch und volkskundlich wertvolle Haßlacherberg-Schriftenreihe des Heimatpflege-Vereins Gehülz/Seelach/Ziegelerden eingeflossen. Zeitgenossen und Nachwelt verdanken Willi Munzerts Einsatz unzählig viele Erkenntnisse über Gehülz, Seelach, Ziegelerden, die gesamte Haßlacherbergkette und ihr Umland. Im Vereinsausschuss des Heimatpflege-Vereins wirkte Munzert mehrere Jahre mit. Um die Aufarbeitung der Lokalgeschichte kümmerte er sich bis ins hohe Alter voller Tatkraft und Begeisterung.

Bernd Graf (Gehülz, Ellmershausstraße 9) wurde am 23. Februar 2007 im Schützenhaus in Kronach mit der Silbernen Ehrenmedaille der Lucas-Cranach-Stadt Kronach ausgezeichnet. Damit erfuhren sein langjähriges und vielfältiges ehrenamtliches Engagement eine offizielle Würdigung und seine Verdienste um die Stadt eine ehrende Anerkennung. Der Einsatz Bernd Grafs und der sieben mit ihm ausgezeichneten Ehrenamtlichen sei nicht nur unbezahlbar, sondern in seinen positiven Auswirkungen einfach nicht hoch genug einzuschätzen, sagte Bürgermeister Manfred Raum beim Festakt. Bereits zwei Jahre zuvor, zu Grafs 50. Geburtstag, war sein umfang- und erfolgreiches Wirken für das Gemeinwesen von Landrat, Kreisheimatpflegern, Vereinsvertretern und lokalen Tageszeitungen ausgiebig gewürdigt worden. „Für das Gemeinwesen eingesetzt“ war der Beitrag im Fränkischen Tag Kronach vom 30. 3. 2005 überschrieben, während die Neue Presse Kronach am 2. 4. 2005 titelte: „Ein echter Fachmann, wenn’s um Heimat geht“.

EHRENAMTLICHE LEISTUNGEN VON BERND GRAF
FÜR VEREINS- UND JUGENDARBEIT, KIRCHE UND HEIMATPFLEGE:
Bereits mit 17 Jahren initiierte Bernd Graf 1972 die Gründung der Arbeiter-Sport-Jugend (ASJ) Gehülz, in der er über zehn Jahre Leitungsfunktionen wahrnahm und zahlreiche kreative Ideen beispielhaft verwirklichte. Die überfachliche Jugend- und Bildungsarbeit, die diese Abteilung des ATSV Gehülz leistete, galt sowohl bei der Bayerischen Sportjugend wie auch beim Kreis- und Bezirksjugendring als vorbildlich. Unter anderem leitete Graf den 1983 von ihm gegründeten ASJ-Arbeitskreis „Kirche und Gesellschaft“. Bernd Graf engagierte sich von 1980 bis 1986 als Erster Vorsitzender des ATSV Gehülz und langjährig auch als Vorstands- bzw. Ausschussmitglied des genannten Vereins sowie des Evangelischen Kirchenbauvereins St. Michael Gehülz, des SPD-Ortsvereins Gehülz und der Vereinigten Nachbarn Breitenloh, bei denen er wiederholt auch Festvorsitzender war. Besondere Funktionen und Aufgaben nahm er auch wahr für den Gehülzer Gesangverein „Liederkranz Breitenloh“, den Musikverein „Bergmusikanten“ Gehülz, den SV Seelach und den Feuerwehrverein Seelach. Eine der Initiativen, die Bernd Graf zur Förderung der Gehülzer Dorfgemeinschaft ergriff, führte 1979 zur Gründung der Veranstaltungsgemeinschaft Gehülzer Sportjugend (V.G.S.).
Von 1977 bis 2002 engagierte sich Bernd Graf als Laie im Predigtamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche. In diesem Vierteljahrhundert leistete er unzählige Gottesdiensteinsätze nicht nur in Gehülz und Kronach, sondern auch in zahlreichen anderen Kirchengemeinden der Dekanate Kronach, Ludwigsstadt und Michelau. In seiner Leitungsfunktion beim Evangelischen Männerwerk Kronach/Gehülz trug er von 1983 bis 1995 Verantwortung für die gut angenommenen Veranstaltungsreihen dieser Organisation. Kirchliche Öffentlichkeitsarbeit leistete Graf unter anderem als jahrelanger Gemeindebrief-Redakteur der Evangelischen Kirchengemeinde Kronach. Zur Förderung der Ökumene an der kirchlichen Basis erbrachte er seit den 1970er Jahren etliche erfolgreiche Initiativen und steten Einsatz.
1987 initiierte Bernd Graf die Gründung des Vereins für Heimatpflege Gehülz als Anwalt für die Belange von „Geschichte, Kultur und Gemeinsinn in der Haßlacherbergkette“. Seither ist Graf der Erste Vorsitzende dieses gemeinnützigen und rechtsfähigen Vereins, der sich 2005 umbenannte in Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden. Viel Zeit und Energie investierte Bernd Graf als Schriftleiter und (Mit-)Autor in die mittlerweile vier Bücher der Schriftenreihe „Mein Gehülz – Historisches vom Haßlacherberg“ sowie in zahlreiche Sonderveröffentlichungen zur Lokalgeschichte, Heimat- und Brauchtumskunde, wobei er zum Beispiel 2003 zu Kronachs Tausendjahrfeier Geschichtsportraits aller Kronacher Stadtteile publizierte. Neben der Führung des Heimatpflege-Vereins und allgemeinen ortsheimatpflegerischen Aufgaben galt Grafs fachlich fundiertes Engagement in all den Jahren der Lokalgeschichtserkundung, der Brauchtums- und Mundartpflege, den Flur- und Kleindenkmälern und dem Vorgeschichtsdenkmal Heunischenburg. Ab 1994 betreute er das Projekt „Gehülzer Heimatkrippe“, mit dem auch die von ihm organisierten und geleiteten Veranstaltungen der erfolgreichen Reihe „Mundart-Advent an der Heimatkrippe“ in Verbindung standen. Besonders am Herzen lagen Graf die Kooperation zwischen Heimatpflege und Kirche – auch zur Förderung von Ökumene und Brauchtum – sowie verschiedene Dorfgemeinschaftsanliegen in Gehülz, Seelach und Ziegelerden ebenso wie die Nachbarschaftspflege zwischen den drei Haßlacherberg-Stadtteilen. Für das Jahresprogramm zu den Gehülz/Seelacher Ortsjubiläen 1998 war Graf Initiator und Gesamtleiter. Langjährig wirkte er auch beim Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach mit und unterstützte Vereine mit ähnlichen Zielsetzungen wie zum Beispiel 1000 Jahre Kronach e. V. Nicht unerwähnt bleiben soll sein überörtliches Engagement für die fränkische Kulturpflege und Identitätsförderung, zum Beispiel als Mitübersetzer des Lukas-Evangeliums ins Fränkische.