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Eine einmalige urnenfelderzeitliche Wehranlage

Die Heunischenburg, ihre Erforschung, Erhaltung und Darstellung

Eine Chronologie von Bernd Graf

Ca. 2200 – 780 v. Chr.:  Bronzezeit.


Ca. 1200 – 780 v. Chr.:  Jüngere oder späte Bronzezeit, Urnenfelderkultur.


11. Jh. v. Chr.:  Auf dem Wolfsberg gibt es eine erste, noch unbefestigte Ansiedlung.


10. Jh. v. Chr.:  Eine Holz-Erde-Befestigung und danach eine Sandsteinmauer stellen die ersten beiden Perioden der urnenfelderzeitlichen Befestigungsanlage dar.


9. Jh. v. Chr.:  Periode drei ist geprägt durch eine mächtige Wehranlage mit dreischaliger Sandsteinmauer, Berme und Pforte – die „eigentliche Heunischenburg“. Die Anlage ist zwei großen militärischen Angriffen ausgesetzt, deren letzten sie nicht überlebt.


Um 800 v. Chr.:  Der zweite große Angriff hat den Untergang der Heunischenburg zur Folge. Das Aufgeben dieser Befestigung hängt auch damit zusammen, dass mit dem Beginn der Eisenzeit der politischen Elite die wirtschaftliche Basis ihrer Macht, nämlich das Monopol über den Abbau und die Verteilung der Rohstoffe zur Bronzeherstellung, wegbricht.


5. Jh. v. Chr.:  Der Wolfsberg wird noch einmal aufgesucht, wie zwei früheisenzeitliche (hallstattzeitliche) Bronzefibeln später belegen werden.


1142:  In einer Bischofsurkunde wird der Ortsname Burgstall („Burcstall“) erstmals genannt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit bezieht er sich auf die vorgeschichtliche Befestigungsanlage auf dem Wolfsberg, in der die hochmittelalterlichen Ortsgründer von Burgstall eine aufgelassene Burg erkannten.


1477:  Älteste urkundliche Erwähnung des (Flur-)Namens Heunischenburg (Header-Bild links): Hans von Schaumberg verkauft seinen Anteil am Gericht Mitwitz an Ritter Oswald von Rosenau. Zu der Besitzmasse gehört auch das „Gehölz an der Heunischenburg“.


1565:  Im Zusammenhang mit den „verwickelten“ Rechtsverhältnissen in vielen Orten der Hauptmannschaft Kronach wird auch die „Hainischburgische Wustung“ erwähnt. Da als deren Besitzer die von Redwitz zu Theisenort und die von Rosenau zu Mitwitz genannt werden, dürfte es sich bei dieser Ortsangabe um eine Zusammenfassung der beiden benachbarten Einöden Untere Bürg und Wolfsberg handeln.


1574/1602:  Urkundliche Erwähnungen der Heunischenburg: „die Alte(n)burgk sonst (die) Heunischburgk genannt“; „die Alte Schaumburgische Burgk, so man die Heunisch Burgk nennen tut“.


1600:  „Heunischenburg“ wird als Ortsname für die Einöde Wolfsberg verwendet: Die 14 zum Kirchensprengel Mitwitz gehörenden Hofstellen in „Burgstall mit der Heunischenburg“ werden zu den Kosten des Kirchturmneubaus von St. Jakobus mit herangezogen. Diese Namensverwendung ist für das 17. Jh. einige Male nachweisbar (z. B. 1627: „eine Wustung oben am Berg die Heunich Burgk genannt“).


1676:  Das Haus der „Kunigundta Wolffin auf der Heunischenburg bei Burckstall“ brennt bis auf die Stuben ab. „Etliche Leut halten dafür, es sei angezündt worden“, steht dazu im (1984 publizierten) Notizbuch zweier Mitwitzer Handwerker-Bauern, der Gebrüder Dötschel („Dötschel-Tagebuch“). Der hier schon seit Längerem anzutreffende Einwohnername Wolf dürfte ursächlich für den (Flur- und) Einödnamen Wolfsberg sein.


1901 ff.:  Zum Bau der Ortsstraße Entmannsdorf-Breitenloh (Gemeinde Gehülz) und später auch von Ortsstraßen in der Gemeinde Burgstall werden Sandsteinbrocken von den Steinmauern der Heunischenburg abtransportiert.


1906:  Im Bereich Sachspfeife wird der „Helm von Thonberg“ entdeckt, der später mit der Heunischenburg in Verbindung gebracht wird. Der urnenfelderzeitliche Bronzehelm kommt 1911 in das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg.


1919:  Zum Grundbau der neuen Bezirksstraße Kronach-Mitwitz (Abschnitt Entmannsdorf-Burgstall) werden ungezählte Fuhren von Steinen von der Heunischenburg abgetragen.


1933:  Der Heimatschriftsteller Emil Herold aus Neustadt bei Coburg weist (wie schon in den 20er Jahren) auf die bemerkenswerte Wallburg und ihre offensichtliche Bedeutung hin. – 1936 berichtet Herold in der Presse über die Entdeckung des Gedenksteins „Wolf die Mad“ bei Häusles. In diesem Zusammenhang schreibt er auch davon, dass die moderne Flurnamenforschung sowohl zur Auffindung der Steinwallanlage auf der Heunischenburg als auch zur Aufzeichnung und Deutung der Sage „Wolf die Mad“ geführt habe.


1934:  Ein „Konservator der Bodenaltertümer“, Prof. Dr. Georg Hock aus Würzburg, stellt Nachforschungen an und gibt sich von der „vorzüglichen Erhaltung“ der Anlage beeindruckt.


1937:  In einer ausführlichen Veröffentlichung von Heinrich Meyer wird die Heunischenburg als „Alte Bürg“ und als „das interessanteste Dokument der Vorzeit im Kronacher und Coburger Land“ bezeichnet. Obwohl schon stark abgetragen, werden die Steinwälle als noch „teilweise über 2 Meter hoch“ beschrieben.


1938:  In den „Sagen von der Bürg“ schreibt Georg Hertel über die Heunischenburg, die volkstümlich „Wo(h)la“ genannt und als ehemalige Fliehburg angesehen wird. – Dem Naturschutzbeauftragten im Bezirksamt Kronach, Keller, zufolge ist die „vorgeschichtliche Wallburg“ ernstlich gefährdet, da die zum Straßenbau notwendigen Grundsteine den Steinwällen der Heunischenburg entnommen werden. Keller beantragt daher, „die ganze Kuppe des Wolfsberges mit der Wallburg unter Naturschutz zu stellen“. Das Landesamt für Denkmalpflege ersucht das Bezirksamt Kronach daraufhin, „im Wege der zuständigen Gendarmeriestation alle Vorkehrungen zur Vermeidung einer weiteren Steinabfuhr zu veranlassen“.


1940:  Der Thüringerwaldverein Coburg unternimmt eine „Wanderfahrt zur Höhe des Wolfsberges“. Dabei wird die Heunischenburg mit den „berühmten Anlagen“ auf dem Kleinen Gleichberg bei Römhild in Verbindung gebracht. – „Noch vor 70 Jahren waren, wie die 81jährige Burgstaller Wirtin erzählt, die Mauern viel höher. Es seien viele Steine für Wegebauten abgefahren worden“, schreibt Emil Herold.


1942:  Der Landrat in Kronach erlässt eine Verordnung über das „Landschaftsschutzgebiet Heunische Burg“. Trotzdem werden dort weiterhin Sandsteine für Bauzwecke abgetragen. In einer Veröffentlichung über die Heunischenburg bedauert Karl Loy, dass ein Großteil „der alten Befestigungswerke in Straßenschotter verwandelt wurde“.


1949:  Walter Heins führt eine räumlich eng begrenzte Teiluntersuchung im Innenraum der Anlage durch. Im Neustadter Tageblatt stellt er fest: „Diese allein schon durch ihren äußeren Erhaltungszustand großartige Anlage ist ein beredter Zeuge für die hohe Kulturstufe der vorgeschichtlichen Bewohner unserer Heimatgegend.“


1950:  In der Kronacher Fehn-Chronik werden völlig verfehlte Ansichten über die Heunischenburg veröffentlicht.


1954:  Dieter Heins publiziert eine ausführliche wissenschaftliche Arbeit über die prähistorische Stätte und geht von einem „aus strategischen Gründen errichteten Bauwerk“ aus.


1955: Das Landratsamt Kronach ersucht die Gemeindeverwaltungen Gehülz und Burgstall, „besonders gut darauf zu achten, wenn irgendwelche Personen sich an den Wallanlagen der Heunischenburg (Bürg) zu schaffen machen“. – In seinem Inventar der vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler beschreibt Klaus Schwarz die Heunischenburg knapp und präzise.


1964:  Das Landratsamt Kronach erlässt eine Kreisverordnung zum Schutz des Landschaftsteiles „Steinwälle der Heunischburg“.


1971:  Durch Dr. Otto Deiml wird die Diskussion um die Heunischenburg wieder entfacht. Anlässlich einer CHW-Exkursion zu dieser einstigen Befestigungsanlage wird der Wunsch nach archäologischen Grabungen laut.


1974:  Mit der Entwurfserstellung beginnt das Verfahren zur Eintragung der archäologischen Geländedenkmäler in die amtliche Denkmalliste.


1978:  Eugen Ixmeier erstellt einen modernen Vermessungsplan, der die Grundlage für die späteren Forschungen an der Heunischenburg bildet.


1982:  Landrat Dr. Heinz Köhler initiiert eine Grabung auf der Heunischenburg in Trägerschaft des Landkreises Kronach. Der Kreisausschuss stimmt einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu diesem Zweck zu.


1983:  Der erste Grabungsschnitt erfolgt durch den Wall der Heunischenburg (Header-Bild Mitte). Bereits wenige Wochen nach Grabungsbeginn sprechen die Archäologen von einem vollen Erfolg. Unter anderem können die Dreiperiodigkeit der Anlage sowie eine Holz-Erde-Befestigung der vorkeltischen Urnenfelderkultur nachgewiesen werden. – Die Arbeiter-Sport-Jugend (ASJ) Gehülz lädt zur ersten Heunischenburg-„Exkursion“ für die einheimische Bevölkerung ein, die sich großer öffentlicher Resonanz erfreut.


1984:  Auf der Heunischenburg beginnt die erste Torgrabung an einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage in Nordbayern. Als sensationell bezeichnet Grabungsleiter Dr. Björn-Uwe Abels vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (Schloss Seehof) das Ergebnis der naturwissenschaftlichen Untersuchung der verkohlten Holzbohlenwände, wonach die Heunischenburg mit ihrer mächtigen Abschnittsbefestigung aus dem 9. Jahrhundert vor Christus stammt. Bei der Ergrabung des Zangentors mit Ausfallpforte treten über 200 Brozegegenstände zu Tage, die die Labordatierung bestätigen.


1985:  Die Torgrabung wird fortgesetzt. – „Die bisherigen Ergebnisse der Ausgrabungen sind so außergewöhnlich, dass die halbe Fachwelt Kopf steht“, sagt Oberkonservator Björn-Uwe Abels. „So etwas gibt es nachweislich nicht mehr nördlich der Alpen. Es ist eine echte Rarität.“ 


1986:  Um ein anschauliches Bild des frühesten Burgenbaus zu vermitteln, werden ein Mauerabschnitt mit vorgelagerter Berme, die Pforte mit ihrem hölzernen Turm und teilweise auch die Torgasse rekonstruiert. – Da sich Souvenirjäger und Raubgräber an der Heunischenburg zu schaffen machen, werden Objektschutzmaßnahmen ergriffen.


1987:  Nach der Restgrabung am Zangentor und erfolgloser Suche nach Gräberstätten feiert man auf der Heunischenburg den Abschluss der archäologischen Untersuchung, deren Gesamtkosten sich laut Landratsamt auf 1.041.400 DM belaufen. Das einstige Militärlager gilt als die älteste, exakt nachgewiesene Steinbefestigungsanlage Europas nördlich der Alpen. Entsprechend groß ist das Medien- und Besucherinteresse an diesem Vorgeschichtsdenkmal. – Der Kreisausschuss Kronach ist damit einverstanden, dass der Anteil des Landkreises am Fundgut der Heunischenburg kostenlos an die Prähistorische Staatssammlung unter der Bedingung übereignet wird, dass die ausstellungswürdigen Fundstücke als Dauerleihgabe an das Frankenwaldmuseum Kronach übergeben werden. Gleichzeitig ersucht der Kreisausschuss die Stadt Kronach, entsprechende Räumlichkeiten für die Ausstellung der Fundgegenstände zur Verfügung zu stellen und die notwendige Einrichtung auf ihre Kosten zu beschaffen.


1988:  In der Reihe „Archäologische Denkmäler in Oberfranken“ gibt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ein Heft über die Heunischenburg mit den Grabungsergebnissen heraus. – Der 1908 in Ludwigsstadt geborene, international renommierte Historiker Prof. Dr. Fritz Fischer, Hamburg, besucht auf Einladung seiner Geburtsstadt seine „alte Heimat“ „im nördlichsten Zipfel Frankens“ und besichtigt dabei auch die Heunischenburg.


1989:  Im Frankenwald-Museum auf der Kronacher Festung werden Grabungsfunde von der Heunischenburg ausgestellt – leider nur vorübergehend. – Die Gehülzer Vereine veranstalten ein Heunischenburg-Fest zugunsten des Behindertenwohnheims der Lebenshilfe Kronach.


1991:  „Haßlacherberg- und Gehülz-Gegend – Heimat im Umkreis der Heunischenburg“ – Unter diesem Titel erscheint ein Heimatbuch in der Schriftenreihe des Vereins für Heimatpflege Gehülz, in dem Hauptkonservator Dr. Björn-Uwe Abels die urnenfelderzeitliche Militäranlage und ihr geschichtliches Umfeld vorstellt.


1992:  „Herausforderung Heunischenburg“ ist anlässlich der Bürgerversammlung in Gehülz ein Statement des örtlichen Vereins für Heimatpflege betitelt, in dem dieser an Stadt- und Landkreisverwaltung appelliert, die laufenden Wartungs- und Pflegemaßnahmen an dem bedeutenden Vorgeschichtsdenkmal nicht zu vernachlässigen. – Bernd Graf vom Landratsamt Kronach gibt eine „Bibliographie der Heunischenburg Gehülz und des Wasserschlosses Mitwitz“ heraus, die er als kommissarischer Kreisheimatpfleger 1994 in aktualisierter und ergänzter Fassung vorlegt.


1993:  Die archäologische Landesausstellung in Rosenheim widmet sich dem letzten vorchristlichen Jahrtausend. Dabei nimmt auch das erst jüngst erforschte „Militärkastell auf der Heunischenburg“ einen breiten Raum ein. Es wird dargelegt, dass die Urnenfelderzeit bereits „Wurzeln des Keltischen“ enthält. Entsprechend lautet der Titel der Landesausstellung: „Das keltische Jahrtausend“. – Über Kronach mit Heunischenburg und Festung Rosenberg führt nicht nur die „Bier- und Burgenstraße“, sondern nun auch „Die Burgenstraße“ (touristische Straßen).


1994:  Als Kulisse für die Gehülzer Heimatkrippe wird die teilrekonstruierte Heunischenburg in der Kirche St. Michael „in Verkleinerung nachgebaut“. Noch heute verdeutlicht die Kulisse der in der Advents-, Weihnachts- und Epiphaniaszeit aufgebauten Kirchenkrippe den Rekonstruktionsstand der Heunischenburg in den Jahren 1986 bis 2000.


1995:  Ein anlässlich der Landesausstellung 1993 geschaffenes Modell der einstigen Wolfsberg-Garnison wird nach Kronach verlagert. Die Prähistorische Staatssammlung München überlässt das Modell der Stadt Kronach als Dauerleihgabe. – Der Verein für Heimatpflege Gehülz unternimmt eine Exkursion zu den südthüringischen Gleichbergen, deren urnenfelderzeitliches Stammeszentrum mit der Heunischenburg in Verbindung gebracht wurde. – Unweit der Heunischenburg wird der Standort eines abgegangenen Turmhügels (hoch- bis spätmittelalterliche Wehranlage) archäologisch untersucht. (Von der Heunischenburg dürfte der Ortsname Untere Bürg, von der Turmhügelburg der Ortsname Obere Bürg herrühren.)


1996:  In der neuen Satzung des Vereins für Heimatpflege Gehülz (ab 2005 Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden) wird die „ideelle Mitbetreuung des Vorgeschichtsdenkmals Heunischenburg“ als eine der Vereinsaufgaben festgeschrieben. Der Verein gestaltet gemeinsam mit dem Frankenwald-Museum eine Heunischenburg-Ausstellung im Foyer des Kronacher Rathauses.


1998:  Die Stadt Kronach erwirbt Teile des Garnisonsareals in der Gemarkung Gehülz – insbesondere den teilrekonstruierten Torbereich – sowie den Parkplatz für Heunischenburg-Besucher und den Weg vom Parkplatz zur Befestigungsanlage.


1999:  An der Heunischenburg erfolgt eine kleinere Rekonstruktionsergänzungsmaßnahme, indem eine Holzverankerung für das hölzerne Stützgerüst der Mauer angebracht wird.


2000:  Die Rekonstruktion der Heunischenburg wird weiter ergänzt und zu einem gelungenen Abschluss gebracht (Header-Bild rechts). Durch Erhöhung der steinernen Torflanken mit Fremdsteinen wird ein noch anschaulicheres Bild von der annähernd 3000-jährigen Wehranlage vermittelt. Im „Jahrbuch der Bayerischen Denkmalpflege“ heißt es dazu: „Bei dieser späturnenfelderzeitlichen Anlage handelt es sich um die einzige, bislang teilrestaurierte Steinbefestigung dieser Zeitstellung in Deutschland. Die Heunischenburg mit ihrer mächtigen Mauer, den überlappenden Torflanken und der Ausfallpforte vermittelt jetzt in eindrucksvoller Weise ihre Wehrhaftigkeit.“ – Auf dem Bundesstraßen-Parkplatz am Burgstaller Berg, unterhalb der Heunischenburg, wird eine Begrüßungs- und Infotafel des Naturparks Frankenwald errichtet, die mit einem Gemälde und einem kurzen Text auf die nahe Steinbefestigungsanlage hinweist und ebenso kurz über die zum Obermainischen Hügelland gehörende Haßlacherbergkette mit ihrem Hauptort Gehülz informiert, dessen Name an die in einem ausgedehnten Waldgebiet entstandenen Rodungsinseln und deren Besiedlung erinnert.


2002:  Als Band 9 der „Regensburger Beiträge zur Prähistorischen Archäologie“ veröffentlicht Björn-Uwe Abels ein umfassendes Werk über die späturnenfelderzeitliche Heunischenburg mit einem detaillierten Fundkatalog sowie weiteren 33 Tafeln und zwei Beilagen (ISBN 3-930480-28-X). – Filmaufnahmen auf der Heunischenburg für den hochkarätigen Reformationsfilm „Luther – er veränderte die Welt für immer“, der 2003 in amerikanischen und deutschen Kinos überaus erfolgreich anläuft („Luther“, D/USA 2003, Regie Eric Till)


2003:  Auf der Festung Rosenberg präsentiert Kreisheimatpfleger Roland Graf die archäologische Sonderausstellung „Faszination Geschichte“, bei der die Heunischenburg eines von fünf Schwerpunktthemen bildet. – Aus Gehülz nehmen die „Nachkommen der ältesten Steinbefestigung nördlich der Alpen“ (Zitat: Fränkischer Tag Kronach vom 10. 6. 2003) am Jubiläumsfestzug „1000 Jahre Kronach“ teil. Die Kostümierung der TVE-Gruppe, die sich „Die Heunischen“ nennt, spiegelt volkstümliche Vorstellungen von bronzezeitlicher Bekleidung wider. Dazu sei augenzwinkernd das „Ruhstein-, Gehülz- und Haßlacherberg-Lied“ (Text Bernd Graf 1994/96, ursprünglich „Lied der Eselskerwa“) zitiert: „Was sind denn tausend Jahre schon, seit Kronach auf der Welt, wenn doch nun uns’re Heunisch’burg dreitausend Jahre zählt!“


2005:  „Die Heunischenburg im Doppelpack“. Unter dieser Überschrift wirbt der Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden für einen winterlich-weihnachtlichen Besuch des Vorgeschichtsdenkmals auf dem Wolfsberg und der Gehülzer Heimatkrippe zu St. Michael (vgl. unter 1994). In diesem Zusammenhang ist auch „Weihnachtlich walken und wandern“ in der Reihe „Nordic Walking plus“ zu nennen, das in einigen Folgejahren als „Gehülzer Burg-, Kirchen- und Krippenweg“ stattfindet (dazu mehr).


2006:  Prof. Abels, der die Bodendenkmäler Oberfrankens drei Jahrzehnte „unter sich hatte“, geht in Pension. Rückblickend bezeichnet er die Forschungsgrabung auf der Heunischenburg als eines der spektakulärsten Projekte und als „unglaublich interessant“. Mit den Grabungen auf der Heunischenburg sei es gelungen, einen Meilenstein in der Archäologie des vor- und frühgeschichtlichen Befestigungswesens zu setzen, wird anlässlich der Verabschiedung von Prof. Abels festgestellt. – Der als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierte „Burgenweg“, ein kulturhistorischer Wanderweg von Lauenstein über Kronach nach Kulmbach, führt auch zur Heunischenburg.


2007:  Eine „einmalige urnenfelderzeitliche Wehranlage“ nennt Prof. Abels die Heunischenburg in der CHW-Monographie 9 über „archäologische Kostbarkeiten aus der Vor- und Frühgeschichte Oberfrankens“.


2008: Für das neue Archäologie-Museum Oberfranken in Forchheim werden Heunischenburg-Grabungsfunde aus Kronach abgezogen. – Das Programm des Landkreises Kronach zum „Tag des offenen Denkmals“ wird auf der Heunischenburg in Gehülz-Bürg eröffnet (dazu mehr). – Bei den erlebnispädagogischen Führungen auf der Heunischenburg können Kinder „Bronzezeit erleben“. – Das neue Wanderwegenetz des Frankenwaldvereins enthält als einen der „Vorzeige-Rundwanderwege“ den 21,5 km langen Heunischenburg-Weg (Verlauf: Mitwitz – Häusles – Gehülz – Heunischenburg – Kaltenbrunn – Bächlein – Mitwitz).


2009: Bei Brockhaus, Mannheim, erscheint Band 1 (Vorgeschichte und Altertum) der 20-bändigen GEO-Weltgeschichte. Auf einer Europakarte zur Bronzezeit ist unter den 16 Fundorten zwischen Rhein, Donau und Elbe auch „Gehülz“ aufgeführt.


2010: Auf der Heunischenburg werden schadhafte Holzteile der Rekonstruktion erneuert, das hölzerne Stützgerüst an der Innenseite erweitert und eine neue Informationstafel über die bronzezeitliche Befestigung errichtet (dazu mehr). – In einer Ausstellung und in einem Kulturportal bzw. einer Kulturdatenbank des „Centrums Bavaria Bohemia“ wird die Heunischenburg als einer der herausragenden „Kulturschätze in Bayern und Böhmen“ vorgestellt. – Bei der Heunischenburg handle es sich um eine der gelungensten Rekonstruktionen in Mitteleuropa, sagt Dr. Michael Hoppe, der Referatsleiter für Bodendenkmalpflege in Ober- und Unterfranken beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.


2012: Die Heunischenburg, die in den Freizeittipps des Frankenwald-Tourismus „ein außergewöhnliches archäologisches Denkmal von europäischem Rang“ und „ein Muss für jeden Freund der Vor- und Frühgeschichte“ genannt wird, erfährt eine weitere Rekonstruktionsergänzung durch Anbringen einer Schutzwand an der Frontseite des Pfortenturms (dazu mehr). – Der 25-jährige Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden erinnert an das Grabungsende auf der Heunischenburg vor 25 Jahren. Diesem Gedenkanlass ist auch die Weihnachtsgrußkarte des Kronacher Landrats Oswald Marr gewidmet (>>).


2014: Touristische Beschilderung der Heunischenburg: drei Wegweiser in Kronach und einer in Mitwitz – Nach 2000 und 2006 ist die Heunischenburg erneut eines der auf dem Titel der Broschüre „Unser Landkreis Kronach“ abgebildeten Motive (>> – siehe auch hier). Zu sehen ist die Gehülzer Befestigungsanlage zum Beispiel auch auf dem Titel einer 2013 wieder aufgelegten Kreiskarte („Faltplan“ – >>). Bereits in den späten 1980er und in den 1990er Jahren setzte das für die Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises zuständige Sachgebiet des Landratsamts Kronach ein Piktogramm der Heunischenburg-Rekonstruktion für repräsentative Zwecke ein.