Freiwillige Feuerwehr Gehülz feiert ihr 125-jähriges Jubiläumsfest
>>> Ihr 125-jähriges Feuerwehrfest feiert die Gehülzer Jubiläumswehr vom 18. bis zum 20. Mai 2012. Als Festvorsitzender fungiert Dritter Bürgermeister Hans Simon, Festplatz ist das TVE-Gelände. Zu folgendem Festprogramm wird eingeladen:
- Freitag, 18. Mai, 20 Uhr: Unterhaltungsabend mit der Band „Partyteufel“
- Samstag, 19. Mai, 18 Uhr: Totengedenken am Kriegerdenkmal / Festparade / 20 Uhr Festkommers
- Sonntag, 20. Mai, 8.30 Uhr: ökumenischer Gottesdienst in der Bonifatiuskirche / 13 Uhr Festzug ab ATSV-Gelände / 18 Uhr Ausklang mit „Freddy-Boys“.
Abschließend gibt es um ca. 22 Uhr ein Feuerwerk.
Ein kurzer Blick in die Geschichte des örtlichen Feuerlöschwesens
Pressemeldungen aus den ersten Jahren nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gehülz künden von deren „mutigem Eingreifen“ im Brandfall. So brach 1891 im Wohnhaus des Korbmachers und Gütlers Andreas Sünkel im Gemeindeteil Brand Feuer aus und äscherte das ganze Gebäude ein. Den Gehülzer Wehrleuten, die von einem heiteren Tanzvergnügen auf den Brandplatz eilten, gelang es, das Brandobjekt zu isolieren. Amtlichen Unterlagen zufolge waren dabei neben freiwilligen teilweise auch Pflichtfeuerwehrleute aus Gehülz im Einsatz. Die ebenfalls erschienene Nachbarwehr aus Ziegelerden half beim Einreißen. 1896 schlug ein Blitz in die Scheune des Metzgers und Ökonomen Georg Lindlein im Gemeindeteil Breitenloh und äscherte dieselbe vollständig ein. Dem eifrigen Bemühen der Freiwilligen Feuerwehr Gehülz war es laut Lokalzeitung zu danken, dass nicht auch das Wohnhaus und die angrenzenden Gebäude in Flammen aufgingen. Vollständig nieder brannten 1903 die Wohnhäuser des Bäckers Stalph im Gemeindeteil Breitenloh und des Ökonomen Maaser im Gemeindeteil Gießübel. „Wegen völligen Wassermangels musste sich die Feuerwehr darauf beschränken, die benachbarten Häuser und Scheunen durch Abbruch des brennenden Hauses zu schützen“, hieß es bezüglich des Brandes bei Stalph in der Zeitung.
Einen tragischen Vorfall im Gehülzer Gemeindeteil Entmannsdorf nahm das Königliche Bezirksamt Kronach 1905 zum Anlass, um über die Lokalschulinspektionen das Lehrpersonal zu veranlassen, die Schuljugend „vor leichtsinnigem Umgehen mit Feuer und Licht“ nachdrücklich zu warnen. In Entmannsdorf hatte „ein noch nicht zweijähriges Kind dadurch den Tod gefunden, dass dessen Geschwister in Abwesenheit der Eltern mit Zündhölzern spielten und hiebei die Wiege in Brand setzten“.
„Zum 4. Male in diesem Jahre“, schrieb die Kronacher Zeitung „Fränkischer Wald“ am 7. November 1911, brannte es in der Gemeinde Gehülz. Diesmal war es das Wohnhaus des Korbmachers Johann Lorenz im Gemeindeteil Entmannsdorf. „Bei Wassermangel und heftigem Wind war ein erfolgreiches Eingreifen der Feuerwehr ausgeschlossen“, hieß es. 1912 brannten die Wohnhäuser des Taglöhners Eberth im Gemeindeteil Geiersgraben und des Korbmachers Wöhner im Gemeindeteil Entmannsdorf nieder. 1929 stellte der Bezirksbrandinspektor hinsichtlich der Gehülzer Wehr fest: „Durch die überaus misslichen Löschwasserverhältnisse hat die Feuerwehr einen schweren Stand bei Feuersgefahr. Wenn nun ein ungenügendes Schlauchmaterial vorhanden ist, so kann die Wehr zur Unfruchtbarkeit ihrer Arbeiten verurteilt werden und muss notgedrungen den verpönten Feuerhacken hervorholen, um etwas Hilfe gegen die Weiterausdehnung des Feuers leisten zu können. Im letzten Jahr war dies zweimal in Gehülz der Fall. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass längere Zuleitungen gelegt werden können.“ Die Gehülzer Feuerwehr gab damals an, lediglich über 70 Meter Schlauchmaterial zu verfügen. Das sei ungenügend angesichts der Tatsache, dass „die zu Löschzwecken vorhandenen Wassergruben durchschnittlich 150 bis 200 Meter auseinanderliegen“.
Näheres über einige Brände in den frühen 1930er Jahren in der Gemeinde Gehülz ist den ausführlichen Meldungen der Gendarmerie-Hauptstation Kronach an das Bezirksamt Kronach zu entnehmen. So brannten Anfang September 1931 der aus Ziegenstall, Waschhaus und Dachboden bestehende Wohnhausanbau des Fabrikarbeiters Johann Rauh im Gemeindeteil Kestel und das Wohnhaus des Schreiners und Mechanikers Georg Schnabel im Gemeindeteil Seelabach nieder. Zum Brand in Kestel hieß es, dass durch das rasche Zugreifen der Nachbarn und der Feuerwehr von Gehülz das Wohnhaus habe gerettet werden können. Zum Brand in Seelabach stellte die Gendarmerie fest, dass das Feuer wegen Wassermangels von der anwesenden Gehülzer Feuerwehr nicht habe gelöscht werden können. Zwei Gendarmerieberichte vom März und April 1932 bezogen sich auf einen Zimmer- bzw. einen Dachbodenbrand in den Gemeindeteilen Zollbrunn bzw. Seelabach.
Mit der Inbetriebnahme von Löschgerätehaus und Gemeindekanzlei im Gemeindeteil Breitenloh fanden 1959 nach jahrzehntelangen Bemühungen die misslichen Verhältnisse bei der Unterbringung der Feuerwehrgeräte und der Gemeindeverwaltung ein Ende. Der bis dahin für die Gerätelagerung genutzte Holzschuppen hatte sich in – auf das Gesamtgebiet der Gemeinde bezogen – zentralerer Lage im Gemeindeteil Entmannsdorf befunden. Dass das neue Feuerwehrhaus nicht automatisch auch die Motivation zum Feuerwehrdienst sicherstellte, zeigte sich 1962, als der Gemeinderat Gehülz wegen unzureichenden Besuchs der Feuerwehrübungen die Einführung einer Pflichtfeuerwehr erwog. 1965 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Gehülz ihr erstes Tragkraftspritzenfahrzeug, dem 20 Jahre später das zweite folgte. -bg.-