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Gehülzer Heimatkrippe und Begleitaktivitäten:
Rückblick auf 1993-2010

„Willkommen an der Heimatkrippe“ – unter diesem Titel hatten Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden und Evang.-Luth. Kirchenbauverein St. Michael Gehülz zu einer adventlichen Sonderveranstaltung am 2. Dezember 2010 mit dem Untertitel „Musik – Worte – Botschaft“ in die Gehülzer Michaelskirche eingeladen. Ein Schwerpunkt des Abends, der am frostigsten und schneereichsten Dezemberbeginn seit langem das Jahresprogramm anlässlich des 50-jährigen Weihejubiläums des Gotteshauses bereicherte, war der Rückblick auf das Brauchtumsprojekt „Gehülzer Heimatkrippe“ mit seinen Begleitaktivitäten in der Zeit von 1993 bis 2010. Der Kirchenbauverein als Eigentümer der Heunischenburg-Krippe und der Heimatpflege-Verein als ihr Förderer und als Ausrichter von Veranstaltungen an und im Umfeld von ihr setzten damit die bewährte Zusammenarbeit fort. In der von den Vorsitzenden Bernd Graf (Heimatpflege-Verein) und Roland Müller (Kirchenbauverein) unterzeichneten Einladung hieß es: „Dankbar erinnern wir uns daran, was wir gemeinsam mit vielen Mitwirkenden alles unternehmen durften, um dem Evangelium von der Menschwerdung Gottes Gestalt und Ausdruck zu verleihen.“

● In dem von Bernd Graf zusammengestellten Abendprogramm, dessen Mitwirkende auf Fotos unten zu sehen sind, riefen Ria Blinzler, Helga Biesenecker und Reiner Süßmann wesentliche Stationen und Aspekte des Krippenprojekts in Erinnerung:
Die Gehülzer Heimatkrippe: Geschichte – Bedeutung – Begleitaktivitäten

Die zehnte Folge der Veranstaltungsreihe
Mit dem Vorstellungsabend für die Gehülzer Heimatkrippe 1994 und zwischenzeitlich achtmal „Mundart-Advent“ sei die nunmehrige Sonderveranstaltung mit Bilanzziehung die zehnte Folge in diesem Veranstaltungszyklus, sagte Bernd Graf in seinen Eröffnungsworten. Bei der Frage nach den „Beweggründen für diese Aktivitäten in all den Jahren“ erinnerte Graf an die von Martin Luther überlieferten Worte: „Wer Gott erkennen will, der schaue in die Krippe und lerne ernstlich erkennen der Jungfrau Marien Sohn.“ Der Weg zu dieser Erkenntnis sei nicht weit, denn: „Bethlehem ist überall.“ Das, so Graf, sei das Leitmotiv des Krippenbrauchtums im Allgemeinen und der Heimatkrippe im Besonderen. In seiner Menschwerdung bekunde Gott, „dass er für uns da sein will“. In dem Kind in der Krippe werde Gott für uns ein Gott zum Anfassen. Das hilflose Krippenkind werde unser aller Helfer. „Ohne unser Vertrauen auf diese Botschaft wäre unser ganzes Krippenprojekt nur Zeitvergeudung und Unsinn gewesen“, betonte Bernd Graf. Namens des Heimatpflege-Vereins und des Kirchenbauvereins dankte er allen, die „unsere Krippenaktivitäten mitgetragen und unterstützt haben“.

„Fürchtet Euch nicht! Ihr seid geliebt.“
Pfarrerin Susanne Treber bereicherte das Programm mit „Gedanken an der Heimatkrippe“, einem „Gebet an das Krippenkind“ und einem „Adventssegen an der Heimatkrippe“. Die Heimatkrippe könne uns sagen, so die Pfarrerin, dass Jesu Liebe „hier in unsere Welt kommen kann durch den Heiligen Geist“. Alle kämen zu Jesus als Kind in einer Krippe, „nicht weil er das Sagen hat wie ein König, sondern weil er etwas zum Sagen hat, was wir uns selbst nicht sagen können: Fürchtet Euch nicht! Ihr seid geliebt.“ Bei Jesus könne man ohne Scheu so sein, wie man ist. Er mache Mut, das Gute in uns zu entfalten, zur Reife zu bringen. Jesus sei der König der Herzen, betonte Pfarrerin Treber. So wie die Könige an der Krippe von sich aus ihre Kostbarkeiten niederlegten, so könne ein jeder Mensch „seine besten Seiten da entfalten, wo er weiß, dass er geliebt wird“.

Vielgestaltiges Programm mit 20 Punkten
Mit Musik und Gesang sorgten die St.-Georgs-Sänger Marienroth (Leitung Gregor Lorsbach), Günter Fröba (Konzertina), das aus Alexandra Förtsch und Werner Suchy bestehende Duo „Zeitlos“ (Gesang und Gitarren), Dekanatskantor Marius Popp (Orgel), der von ihm geleitete Posaunenchor der Christuskirche Kronach und Susanne Treber (Mundharmonika) dafür, dass die Botschaft der Krippe vermittelt und auf die Advents- und Weihnachtszeit eingestimmt werden konnte.
Anders als bei den „Mundart-Advent“-Veranstaltungen wurden die gesprochenen und gesungenen Textbeiträge bei dieser Sonderveranstaltung nicht fast ausschließlich in Dialekt, sondern zu einem großen Teil auch in Hochdeutsch dargeboten. Freilich durften auch diesmal Lieder und Vortragstexte in heimischer Mundart nicht fehlen.
Zu den Darbietungen der St.-Georgs-Sänger und des Duos „Zeitlos“ zählten auch je eine Eigentextung: „Frohlocket, ihr Menschen“ von Gregor Lorsbach und „Was Weihnacht ist“ von Alexandra Förtsch. Mit Orgelbegleitung von Marius Popp sangen alle gemeinsam einige Strophen des Paul-Gerhardt/Johann-Sebastian-Bach-Liedes „Ich steh an deiner Krippen hier“. Die vom Posaunenchor geblasenen Sätze und Choräle „Ein feste Burg ist unser Gott“ spielten auf die Heunischenburg als Krippenkulisse an, die auch in einem Mundarttext thematisiert wurde.

An der Heunischenburg-Heimatkrippe
Nach einem zum Programmschluss auf der Orgel dargebotenen Krippenlieder-Potpourri konnten die Besucher im Gotteshaus die große Gehülzer Heunischenburg-Heimatkrippe mit ihrem adventlichen Figurenbestand und eine Ausstellungstafel mit einigen ausgewählten Seiten aus der zugehörigen Krippenbrauchtums-Chronik betrachten. Erhältlich waren auch wieder Weihnachtskarten, auf denen die Heunischenburg-Krippe abgebildet ist.
Auf den ausgelegten Programmblättern wurde auch die Frage beantwortet: „Wie lange bleibt diesmal die Heunischenburg-Heimatkrippe aufgebaut?“ Antwort: „Wegen des späten Ostertermins 2011 ist die Epiphaniaszeit sehr lang (sie umfasst sechs ‚Sonntage nach Epiphanias’, deren letzter am 13. Februar 2011 ist). Das bedeutet, dass diesmal wieder der Tag der Darstellung des Herrn (Lichtmess) am 2. Februar als Stichtag gilt. Am Sonntag vor Lichtmess, dem 30. Januar 2011, ist somit die letzte Gelegenheit für einen Besuch der Krippe.“         -bg.-


Die adventliche Heunischenburg-Heimatkrippe im Gehülzer Gotteshaus St. Michael
(Foto: Bernd Graf – Alle nachfolgenden Fotos sind von Rainer Glissnik.)


Der Posaunenchor der Kronacher Christuskirche, links Dekanatskantor Marius Popp


Die St.-Georgs-Sänger Marienroth in Begleitung von Günter Fröba (Konzertina, links)


Günter Fröba mit seiner Konzertina und Pfarrerin Susanne Treber


Ria Blinzler, Reiner Süßmann und Helga Biesenecker


Das Duo „Zeitlos“ (Alexandra Förtsch und Werner Suchy)


Pfarrerin Susanne Treber mit ihrer Mundharmonika


Veranstaltungsleiter Bernd Graf (Mitte) bei seinem Schlusswort: „Auf Wiedersehen an der Heimatkrippe“
Links Gregor Lorsbach, der Leiter der St.-Georgs-Sänger