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„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“:
Kreis-Florianstag der Feuerwehren in Gehülz

Pfarrer Reinhold König für 20 Jahre Notfallseelsorge geehrt

Am Festtag des heiligen Florian (4. Mai) zogen die Feuerwehren des Landkreises Kronach mit ihren Fahnenabordnungen zu Ehren ihres Schutzpatrons zum ökumenischen Gottesdienst in die Gehülzer Bonifatiuskirche, um gemeinsam für den Schutz im vergangenen Einsatzjahr zu danken. Feuerwehrpfarrer Thomas Teuchgräber aus Kronach konnte gemeinsam mit Pfarrer Gerhard Schwab aus Burggrub, Pfarrer Reinhold König aus Burkersdorf, Pfarrer Ignatius Kobus aus Gehülz, Diakon Dr. Georg Zenk, Diakon Jürgen Fischer, Pastoralreferent Matthias Simon und dem Landesbeauftragten für die Notfallseelsorge, Hanjo von Wietersheim, eine große Schar von Floriansjüngern begrüßen.
Der Schutzpatron und somit auch Namenspatron der Feuerwehren, der heilige Florian, stand bei diesem Gottesdienst neben den Ehrungen im Bereich der Notfallseelsorge im Mittelpunkt. Vor 25 Jahren, so Pastoralreferent Simon, war es noch kaum vorstellbar, dass Seelsorger an der Einsatzstelle ihre Hilfe den Betroffenen und Einsatzkräften anbieten. Heute ist dies längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Auf Anregung des damaligen Kreisbrandrats Peter Endres, der Polizei und der Rettungsleitstelle wurde die Notfallseelsorge im Landkreis ins Leben gerufen. Hanjo von Wietersheim, damals evangelischer Pfarrer von Heinersberg-Nordhalben, war es, der diese Idee sofort aufgriff und in die Tat umsetzte. Seit diesem Zeitpunkt sind die Notfallseelsorge und die Feuerwehr eng miteinander verbunden. 1992 wurde in Kronach der erste gemeinsame Florianstag im Landkreis gefeiert.

Notfallseelsorge: Erinnerungen und Ehrungen
„Ja, bereits vor 20 Jahren war ich als Seelsorger in Kronach dabei, als der erste gemeinsame Gottesdienst zu Ehren des Schutzpatrons gefeiert wurde“, so Pfarrer König. „Ich kann mich noch genau erinnern, wie alles angefangen hat. Pfarrer Wietersheim hat mich bei einer ökumenischen Pfarrkonferenz in Kronach gefragt, ob ich in seinem Team der Notfallseelsorge mitarbeiten möchte. Für mich gab es damals nicht viel nachzudenken, und ich sagte ihm zu. Seit dieser Zeit bin ich im Durchschnitt einmal monatlich im Einsatz, um Betroffene oder Einsatzkräfte zu betreuen. Dies ist nicht immer ganz einfach, denn oftmals gehen die Ereignisse einem selber sehr nahe. So denke ich an den Flugzeugabsturz bei Reitsch mit vier Getöteten oder einen Verkehrsunfall mit einem Toten am Breitenloher Berg, bei dem ein nahezu ungebremster Lkw einen abbiegenden Pkw rammte und mehrere Meter weit über die Bundesstraße schob.“ Als schwierigster und einschneidendster Einsatz bleibt Pfarrer König der tödliche Badeunfall eines Jugendlichen im Kronacher Schwimmbad in Erinnerung. Bei den Besuchern standen Freude und Gelassenheit im Mittelpunkt, bis plötzlich Rettungskräfte anrückten, um einen Jungen aus dem Außenbecken zu retten. Trotz schneller Hilfe war das Leben des Jungen aber nicht mehr zu retten, und Pfarrer König musste die Nachricht an die Eltern überbringen. „Es ist immer besonders schwer, Eltern so etwas beizubringen und ihnen dann Trost zu spenden“, so Pfarrer König.
Für seine 20 Jahre Engagement auf dem Gebiet der Notfallseelsorge wurde deshalb Pfarrer König vom Landesbeauftragten für die Notfallseelsorge der evangelischen Kirche in Bayern, Hanjo von Wietersheim, mit der Ehrenmedaille der Notfallseelsorge Bayern ausgezeichnet. Auch Pfarrer Gerhard Schwab aus Burggrub erhielt für seine über 10 Jahre andauernde Mitarbeit die Ehrenmedaille. Auch für ihn ist die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Notfallseelsorge nicht mehr wegzudenken. Ja, es ist sogar zu einer Selbstverständlichkeit geworden, dass an der Einsatzstelle miteinander gearbeitet wird.

Gottes Segen und Kraft für alle Hilfskräfte
Mit dem Segen Gottes, der allen Hilfskräften stets die Kraft geben mag, immer für den Mitmenschen da zu sein und so das Werk Gottes zu ehren, schloss Feuerwehrpfarrer Thomas Teuchgräber den Floriansgottesdienst 2011.
Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Feuerwehrler gemeinsam mit den „Bergmusikanten“ Gehülz noch einige gesellige Stunden im Saal Messelberger verbringen. Hier dankte Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger der Feuerwehr Gehülz für die Ausrichtung dieses Florianstags. In ihren Grußworten machten der weitere Stellvertreter des Landrats, Bernd Steger, wie auch der Dritte Bürgermeister der Stadt Kronach, Hans Simon, klar, dass es für jedermann eine Pflicht sei, den anderen zu helfen. Dienst am Nächsten sei das höchste Gebot, was für alle gelten sollte. Gerade in den Feuerwehren und bei den Mitgliedern der Notfallseelsorge ist dies deutlich zu spüren, denn sie sind es, die ihre freie Zeit dem Nächsten widmen.


Die Kirchenparade am Florianstag 2011 in Gehülz wurde angeführt von den Fahnenabordnungen der Feuerwehren, gefolgt von der Geistlichkeit, der Kreisbrandinspektion, den Gehülzer „Bergmusikanten“ und den Feuerwehren.


Erinnerungsbild zur Ehrung langjähriger Notfallseelsorger in der Gehülzer St.-Bonifatius-Kirche (von links): Pfarrer Thomas Teuchgräber (hinten sitzend), Pastoralreferent Matthias Simon, Pfarrer Reinhold König, Pfarrer Gerhard Schwab, Notfallseelsorge-Landesbeauftragter Hanjo von Wietersheim.

● Berichterstatter vom Florianstag 2011: Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck
Matthias Schuhbäcks Feuerwehr-Laufbahn begann bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Seelach, bei der er, trotz Wegzugs aus Seelach, noch immer Mitglied ist. Bis etwa 2005 engagierte er sich in der Ausbildung der Seelacher Jugendfeuerwehr. Ab 1999 fungierte Matthias Schuhbäck als Kreisjugendfeuerwehrwart; mit ihm konnte die FF Seelach erstmals einen Kreisbrandmeister im Landkreis Kronach stellen. Seit Oktober 2008 ist Schuhbäck für insgesamt 42 Feuerwehren in der Stadt Kronach (einschließlich Werksfeuerwehr LOEWE) sowie den Gemeinden Küps, Weißenbrunn, Mitwitz und Schneckenlohe zuständig. Damit liegt auch die Haßlacherberg-Region in seinem Zuständigkeitsbereich, welcher der südliche der drei Inspektionsbereiche im Landkreis ist. Der Bezug zum Haßlacherberg und die Verwurzelung mit ihm halten somit an.
● Fotos (2 von 2011): Fabian Schuhbäck


Den am Florianstag 2011 in Gehülz geehrten Notfallseelsorger Reinhold König verbinden auch persönliche Bande mit dem Haßlacherberg und speziell mit Gehülz. 1989 knüpfte er mit einer Gehülzerin – seiner Frau Birgit geb. Popp – das Band der Ehe. Birgit Popp war die erste Frau im Amt des Kirchenvorstehers der Gehülzer St.-Michael-Filialgemeinde und wurde durch die Heirat mit Pfarrer Reinhold König (damals Kronach) die erste Pfarrfrau aus den Reihen der Gehülzer Lutheraner. Auf dem Foto, das 1989 anlässlich der kirchlichen Trauung in der St.-Michael-Kirche Gehülz entstand, sind (von links) zu sehen: Reinhold König, Lektor Bernd Graf, Dekan Peter Hennings, Birgit König, ihr Vater Heinrich Popp, Lektor Friedrich Popp.