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Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden
Generalversammlung 2026

Fortschritte bei den Heimatpflege-Räumen
für die „Haßlacherberg-Heimat“

Die Einrichtung und Gestaltung der Heimatpflege-Räume für Gehülz, Seelach und Ziegelerden im Gehülzer Schulhaus war ein Schwerpunktthema bei der Generalversammlung des Heimatpflege-Vereins Gehülz/Seelach/Ziegelerden im Gasthaus Messelberger in Gehülz-Entmannsdorf. Wie Erster Vorsitzender Bernd Graf ausführte, waren im Berichtszeitraum die für Ausstellungszwecke fachgerechte Beleuchtung der Räume 1 und 2 sowie die Ausstattung des musealen Schauraums (Raum 1) mit professionell gestalteten Bild-Text-Tafeln besonders kostenaufwendig.

Im Zusammenhang mit der Heunischenburg, der ältesten erforschten Steinburg nördlich der Alpen, wusste der Vorsitzende Erfreuliches und Unerfreuliches zu berichten. Erst das Unerfreuliche: Es ging um Vandalismus. Auf den 2023 auf der Heunischenburg aufgestellten neuen Informationstafeln hatten Unbekannte die in den Texten verwendeten Gendersternchen überschmiert oder herausgekratzt und dadurch die Tafeln beschädigt. Dazu Graf: „Man muss kein Freund solcher Genderpraktiken sein, aber derartige Beschädigungen sind keinesfalls zu rechtfertigen." Und nun das Erfreuliche: Es betraf den als „Türmer Thomas" bekannten Kronacher Thomas Baier, der in einer ganz speziellen Heunischenburg-Führung für Kinder diese in das Leben des 9. vorchristlichen Jahrhunderts aktiv eintauchen ließ, was immerhin eine kindlich wertschätzende Wahrnehmung dieses bedeutenden Vorgeschichtsdenkmals mit sich brachte.

Unter den an der Generalversammlung teilnehmenden Mitgliedern begrüßte der Vorsitzende besonders Kronachs Zweiten Bürgermeister Dr. Ralf Völkl sowie die Stadtratsmitglieder Martin Bittruf und Hans Simon, die er zu ihrer Wahl in die kommunalen Ehrenämter beglückwünschte. In Dankbarkeit und Ehrerbietung wurde der Toten des Vereins gedacht - besonders der seit der Versammlung vom Oktober 2024 verstorbenen elf Mitglieder. Ehrend erinnert wurde auch an das vor 25 Jahren verstorbene, verdienstvolle und sehr aktive Mitglied Willi Munzert, der jahrzehntelang die Geschichte der Haßlacherberg-Ortschaften und das Leben in früheren Zeiten erforscht und wertvolle Beiträge zu der Vereinsschriftenreihe „Historisches vom Haßlacherberg" geliefert hatte.

Die drei vorgenannten Kommunalpolitiker bildeten den Wahlausschuss. Auf Vorschlag von dessen Vorsitzendem Dr. Ralf Völkl erteilte die Versammlung der bisherigen Vorstandschaft Entlastung. Die Neuwahlen erbrachten folgende Ergebnisse: Erster Vorsitzender Bernd Graf; Zweiter Vorsitzender Bernd Fischer; Dritter Vorsitzender Detlef Apfel; Kassierer Dr. Axel Rosenbauer; Protokollführerin Reinhilde Müller; Kassenprüfer Karlheinz Deuerling und Matthias Porzelt. In den Vereinsausschuss wurden gewählt: Armin Herbst, Helga Biesenecker, Dr. Ralf Völkl, Hans Hempfling, Stefan Messelberger, Marcel Rodzinski, Olga Rodzinski, Georg Ziegler, Jürgen Diller. Als Fachbereichsbetreuer wurden bestellt: Ortsgeschichte und Brauchtum Bernd Graf; Mundartpflege Hans Blinzler; Heunischenburg Bernd Fischer; Öffentlichkeitsarbeit mit Internet-Redaktion Bernd Graf; Internet-Administrator und -Webmaster Michael Trebes; Flaggen- und Leuchtkreuz-Wart Günter Hugel.

Beim Ausblick des Vorsitzenden Bernd Graf auf die nächsten anderthalb Jahre stand das Schwerpunktprojekt „Heimatpflege-Räume" im Vordergrund. Als zwei neue Glanzpunkte, deren Umsetzung in den Händen von Jürgen Diller liegen werde, nannte Graf die Station „Haßlacherberg-Sandstein" im musealen Schauraum und die Aufbereitung historischer Vereinsfahnen in Raum zwei. Für Raum zwei brauche es zudem noch einigen Aufwand, um historisches Kulturgut zu lagern, um einige Besonderheiten zu präsentieren und um spezielle Geschichtsinfos an Ausstellungstafeln darzubieten. Für Raum 3 mit Bürocharakter seien noch gestalterische wie auch nutzungstechnische Optimierungen vorgesehen. Wörtlich sagte der Vorsitzende: „Wenn wir - hoffentlich - nächstes Jahr die Einrichtung und Gestaltung der Heimatpflege-Räume vollenden und diese öffentlich vorstellen können, dann wäre das der Höhepunkt des Jahres 2027, in dem unser Verein 40 Jahre alt wird. Konkret ist dieser Geburtstag übrigens am 19. November." Neben der Frage nach dem Fortbestand und den künftigen Aktivitäten des Heimatpflege-Vereins werde es auch um den Stellenwert gehen, der städtischerseits diesen Räumen, die der Geschichte und dem kulturellen Erbe der Haßlacherberg-Stadtteile gewidmet sind, beigemessen wird. 

Thematisiert wurde auch die für Seelach geplante Schautafel. Diese soll bei der Alten Schule in Seelach aufgestellt werden, kartografische Orientierung bieten und an die ehemalige Gemeinde Seelach erinnern. Dazu der Vorsitzende: „Nachdem wir 2012 das ‚Tappenmacher-Denkmal‘ in Ziegelerden und 2023 zwei Schautafeln in Gehülz - eine für Gehülz-Nord und eine für Gehülz-Mitte und -Süd - realisiert haben, schließt sich mit der Seelacher Schautafel der Kreis."

Dass der Internetauftritt hasslacherberg.de nicht nur für Einheimische interessante und verlässliche Informationen liefert, sondern dass seine Bedeutung auch weit über die „Haßlacherberg-Heimat" hinausstrahlt, sei - so Bernd Graf - erst kürzlich wieder einmal verdeutlicht worden. Anfang März 2026 habe ein Redakteur der Bayerischen Staatszeitung aus München nachgefragt, ob für einen Beitrag im kulturhistorisch-heimatkundlichen Online-Magazin „Unser Bayern" über Traditionen und Bräuche rund um Ostern in Franken Fotos vom Ziegelerdener Todaustragen von der Internetseite des Heimatpflege-Vereins übernommen werden dürfen. „Die Frage haben wir selbstverständlich bejaht", so Graf.

Zweiter Bürgermeister Dr. Ralf Völkl berichtete über eine städtische Initiative zur Digitalisierung in Papierform vorhandener Unterlagen und Dokumente mit heimatgeschichtlichen und ähnlichen Inhalten.