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Trinität und Ökumene: Andacht an der Dreifaltigkeitskapelle Gehülz (2009)

Seit 25 Jahren verehren die beiden christlichen Konfessionen in Gehülz den dreieinigen und dreifaltigen Gott am Trinitatis-Sonntag gemeinsam. Würdige Stätte dafür ist die kleine Dreifaltigkeitskapelle aus dem Jahr 1888 im nach ihr benannten Kapellenweg.

Glaubensgeheimnis Trinität
Die traditionelle ökumenische Feier wurde auch 2009 wieder von den Vereinigten Nachbarn Breitenloh – dem Gehülzer Verein zur Pflege des Gemeinschaftslebens – ausgerichtet. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Spielgemeinschaft aus „Bergmusikanten“ Gehülz und Spielmannszug Unterrodach, die unter Leitung von Klaus Porsch die gemeinsam gesungenen Lieder begleitete.
Im Wechsel riefen die beiden Geistlichen und die versammelte Gemeinde den dreieinigen und dreifaltigen Gott im Gebet an. Pfarrer Ignatius Kobus sprach vom großen Geheimnis des trinitarischen Glaubens. Was formelhaft als „drei Personen in einem Wesen“ oder als „ein Gott in drei Seinsweisen“ umschrieben werde, könne nur das demütige und vertrauensvolle Herz anbetend erfassen.

Einigkeit zwischen Konfessionen
Pfarrer Martin Gundermann ging auf einen Abschnitt aus dem Epheserbrief (Eph. 4, 1 - 6) ein, in dem der Apostel Paulus dazu ermahnt, „der Berufung würdig“ zu leben, einander in Liebe zu ertragen und die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu wahren. Die Einigkeit zu wahren, bedeute, sie wahr zu machen und zu bewahren. Was die zur Andacht versammelten Gläubigen vereine, sei größer als alle Unterschiede, sagte Gundermann: „Wir glauben an denselben Gott. Wir leben aus der einen Taufe. Uns verbindet die gleiche christliche Hoffnung.“
Pfarrer Gundermann rundete seine Ansprache mit einem Traum Friedrichs des Großen ab, in dem verstorbene Christen am Himmelstor auf die Frage „Wer da?“ nacheinander mit einem Hinweis auf ihre Konfession (zum Beispiel „Ein lutherischer Christ“ oder „Ein katholischer Christ“) antworteten und darauf jeweils die Reaktion „Kennen wir hier nicht!“ zu hören bekamen. Als dann jedoch diese Angehörigen der verschiedenen Konfessionen beisammen saßen und in ihrer Verzagtheit gemeinsam den alten Choral „Wir glauben all an einen Gott“ anstimmten, tat sich die Himmelspforte für sie alle auf.

1984 erstmals ökumenisch
Ein kleiner Blick zurück: Das letzte Mal war es 2003 gewesen, dass an der Gehülzer Dreifaltigkeitskapelle das Thema „Trinität und Ökumene“ feierlich hervorgehoben wurde. Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum der Vereinigten Nachbarn zeigte seinerzeit Pfarrer Wilhelm Bammessel auf, wie eng gerade die Verehrung des dreieinigen und dreifaltigen Gottes die Christen verschiedener Konfessionen verbinde. Festvorsitzender Bernd Graf hatte für die ökumenische Festandacht ein Fürbittengebet an „Gott, Vater des Lebens“, „Gott, Bruder Christus“ und „Gott, Tröster Geist“ verfasst.
Zu Trinitatis 1984 hatte die bis dahin katholisch ausgerichtete Dreifaltigkeitsandacht an dieser Kapelle erstmals im Zeichen der Ökumene gestanden. Mit dieser Neuerung reagierten die „Nachbarn“ damals darauf, dass auch evangelische Christen ihrem Verein angehörten und dass die Annäherung der beiden Konfessionen in Gehülz gute Fortschritte gemacht hatte. Dekan Peter Hennings und Pfarrer Harald Schwandt betonten, dass man im Zeichen des Kreuzes und in der Anbetung des dreieinigen und dreifaltigen Gottes eins sei. Vier Jahre später wurde dann das hundertjährige Kapellenjubiläum ganz groß im Zeichen von Trinität und Ökumene gefeiert.

-bg.-     Fotos (3) von der Dreifaltigkeitsandacht 2009: Bernd Graf

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