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Volksschule Gehülz-Ziegelerden schließt endgültig –
Wehmut bei vielen

Mit dem Ende des Schuljahres 2012/2013 schloss die Volksschule Gehülz-Ziegelerden (VSGZ) mit Sitz in Gehülz, Breitenloh 104, am Dienstag, 30. Juli, für immer. In dem Gebäudekomplex von 1964/1965, dessen ältester Bauteil seit 1911 schulisch genutzt worden war, wurden zuletzt nur noch eine Kombi-Klasse 1/2 und eine vierte Klasse mit insgesamt 38 Schülern unterrichtet. Die Drittklässler waren zu diesem Zeitpunkt bereits an die Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach ausgelagert.
Auf dem Programm der „Schul-Schluss-Feier“ am Samstag, 27. Juli, zu der der Elternbeirat eingeladen hatte, standen unter anderem eine Fotoausstellung „Die VSGZ im Wandel der Zeit“, eine Schulhaus-Rallye für die Kinder und Darbietungen einiger örtlicher Vereine. Mit dem Erlös der Veranstaltung wurde laut Elternbeirats-Flyer die Weiße-Ring-Aktion „Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch“ unterstützt. Eingebunden war die offizielle Schuljahres-Abschluss-Feier, bei der Schülerinnen und Schüler Musikstücke und Sketche darboten. Überreicht wurden Ehrenurkunden der Bundesjugendspiele, Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“, Sportabzeichen und Schachurkunden. Geehrt wurden auch die Klassenbesten. Ein weiterer Schwerpunkt war die Verabschiedung der Kinder, der Eltern, des Elternbeirats, der Lehrer und des weiteren Schulpersonals.
„Anstelle einer Rede“ bot Kommissarischer Schulleiter Hans-Gerhard Neuberg ein selbstverfasstes „Lied zur Schulgeschichte“ dar. Kurz erwähnte er, dass die Proteste gegen die Schließung der Gehülzer Schule nichts genützt hätten. „Die Entscheidung musste getroffen werden“, sagte Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein zum endgültigen Aus der Volksschule Gehülz-Ziegelerden, wobei er auf die „fehlenden Kinder“ und auf die Generalsanierung der Kronacher Cranach-Schule verwies. Hans-Gerhard Neuberg blickte zurück auf die „angenehme Zeit auf den Höhen des Haßlacherbergs“. Die Leiterin der aufnehmenden Lucas-Cranach-Grundschule Kronach, Rektorin Anita Neder, verstand die Wehmut infolge der Schulschließung und unterstrich, dass ein Abschied auch einen Neubeginn beinhalte. Neder bekannte, dass bei dieser Schlussfeier eine „Bildungslücke“ bei ihr geschlossen worden sei: Erst jetzt habe sie mitbekommen, dass die Wohnheimat ihrer Gehülzer und Ziegelerdener – und übrigens auch ihrer Seelacher – Schüler den Namen Haßlacherberg trage. Diese Erkenntnis kam zumindest noch rechtzeitig vor dem neuen Schuljahr 2013/2014.     -bg-

  • Zur Geschichte der nunmehr geschlossenen Schule in Gehülz ist der Schriftenreihe (>>) des Heimatpflege-Vereins Gehülz/Seelach/Ziegelerden alles Wesentliche und noch so manches mehr zu entnehmen. Stellvertretend sei dabei auf den Schwerpunktbeitrag zur Gehülzer Schulgeschichte in Band 2/1991 verwiesen.
  • Siehe auch im Archiv der Haßlacherberg-Internet-Nachrichten die Seite (>>) von 2009: „Droht der Schule in Gehülz das ‚Aus‘? – Blick in die Schulgeschichte“ (mit zusätzlicher Seite zur damaligen Aktionsgemeinschaft für den Erhalt der Schule und zur weiteren Entwicklung).

 


„Wettstreit der Schulsachen“ hieß dieses Theaterstück, das die Kombi-Klasse bei der Abschlussfeier
in der Turnhalle aufführte.


Die Gehülzer Feuerwehr hatte für die Kinder die Kübelspritze frisch geladen.


Es war hochsommerlich heiß, als auf dem Schulhof DJ Holly die Stimmung anheizte. So manche(r)
ehemalige Schüler(in) nutzte die Gelegenheit, seine bzw. ihre „alte Schule“ letztmalig aufzusuchen.



Bei kühleren Temperaturen fand drei Tage später der ökumenische Schulschlussgottesdienst
an der Sandsteinmarter auf dem Schulhof statt.


Was sie im Urlaubsgepäck mitnehmen, fragten Pfarrerin Susanne Treber und Diakon
Jürgen Fischer die Schulkinder. Aus der nunmehr geschlossenen Schule in Gehülz
mögen sie segensreiche Erfahrungen auf ihren weiteren Lebensweg mitnehmen.


Nach dem Vorbild des Künstlers Friedensreich Hundertwasser waren Gänge des Gehülzer
Schulhauses im Kunstunterricht der Schule gestaltet worden.   Fotos: Bernd Graf